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Lang lebe der F-Sport!

Es ist noch nicht allzu lange her, da wurde darüber diskutiert, ob Schach eine Sportart sei, da sich beide Spieler ja "nur" gegenübersitzen und sich kaum bewegen. In der Tat kann man darüber grübeln, ob Schach ein Sport sein soll. Es gibt einige Gründe dafür. Schach wird als Denksport bezeichnet. Der Sieg hängt nicht vom Glück ab, sondern vom Können des Spielers. Schach wird auf der ganzen Welt nach bestimmten Regeln gespielt. Schach bringt die Menschen zusammen und ist erzieherisch wertvoll: Disziplin und Konzentrationsfähigkeit werden gefördert. All diese Dinge sind bedeutend bei der Beurteilung, ob etwas als Sport einzuordnen ist. Aber das wichtigste Kriterium fehlt: die körperliche Aktivität. Diese fehlt jedoch auch in anderen "Sportarten": Sportschiessen, Angelsport, usw.

 

Und nun also E-Sport! Ein Multimillionen-Geschäft, das minderjährige Tastatur-Akrobaten zu Superstars macht, die mit ihrer Performance riesige Hallen füllen. Zugegeben, die Geschwindigkeit, mit der sie in ihre Eingabegeräte einhaken ist atemberaubend, aber ist diese Aktivität "Sport" im herkömmlichen Sinne? Niemand käme auf die Idee den Lead-Gitarristen einer Rockband als Sportler zu bezeichnen, nur weil er auf der Bühne ein Solo zum Besten gibt, das die Saiten der E-Gitarre zu glühen und die Zuschauer zum ausflippen bringt.

 

Der E-Sport-Hype ist den Marketing-Experten dieser Branche zu verdanken. Pubertierende Teenies mit der Aura von Leistungssportlern auszuschmücken macht die Sache attraktiver als die Vorstellung von stundenlangem, stumpfsinnigen Tastatur-Gedaddel in abgedunkelten Kinderzimmern. Die englische Sprechweise ist cool und einprägsam. Unreife Kinder lassen sich vom schnellen Geld blenden und fragen Papi, ob sie ihre Ausbildung abbrechen können, um sich voll und ganz auf ihre Fortnite-Karriere konzentrieren zu können.

 

In einem vom Deutschen Olympischen Sportbund in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten kommt ein Düsseldorfer Jurist im Sommer 2019 zu dem Ergebnis, dass E-Sport kein Sport sei, da der Begriff «Sport» im traditionellen Sinne sich durch Anforderungen an die Körperlichkeit konkretisiere. Jegliches Spiel an der Konsole würde diesen Anforderungen nicht genügen und sei «kein Sport im Sinne des geltenden Rechts».  

 

Diesem Ergebnis ist zuzustimmen. Sport ist für den Durchschnittsbürger etwas, das man mit vorheriger intensiver körperlicher Ertüchtigung und Ausdauer-, Muskel- und Geschicklichkeitstraining und aktiver physischer Betätigung ausübt.

 

Fehlt es an dieser Körperlichkeit, dann ist die entsprechende Tätigkeit eben kein Sport, sondern ein Spiel, wobei zwischen Glücksspielen und Geschicklichkeitsspielen unterschieden werden kann. Das Paradebeispiel für ein Glücksspiel ist Poker, auch hier werden millionenschwere Turniere ausgespielt. Die Liste der Geschicklichkeitsspiele ist lang: Schach, Snooker, Billard, Bowling, Darts und eben all die aktuellen Konsolen-Spiele wie Counter Strike oder League of Legends. 

 

Um in diesen Geschicklichkeitsspielen erfolgreich zu sein, ist "hartes Training" im Sinne vom Perfektionieren einiger (weniger) Bewegungsabläufen durch unzählige Wiederholungen, unerlässlich, erst wenn man eine gewisse Perfektion erreicht hat, kann man sich mit anderen Gegnern messen und Spiele gewinnen. Aber noch so viel Training wird aus einem Geschicklichkeitsspiet kein Sport machen, genauso wenig wie «Die Reise nach Jerusalem» nicht als Sportart gilt, obwohl das Spiel eine gewisse körperliche Anstrengung verlangt.

 

Eine "Körperlichkeit" ist den Leistungen von Motorsportpiloten sicherlich nicht abzusprechen. Fliehkräfte von bis zu 5 G wirken auf den Körper eines Formel 1 Fahrers, dagegen muss er während des Rennens ankämpfen. Lewis Hamilton hat in einem Interview 2016 verraten, dass er pro Rennen bis zu 5 kg an Gewicht verliert. 

 

Nach all diesen «einführenden» Zeilen, erlauben wir uns eine aktuelle Bezeichnung vorzuschlagen, für eine Sportart, die so alt ist wie die Menschheit selbst:

 

F-Sport!

 

Genau, F-Sport, sowohl deutsch als auch englisch verständlich. Unsere Gäste und unsere Girls pflegen diesen Sport auf höchstem Niveau. Eine intensive körperliche Ertüchtigung ist bei uns garantiert, Ausdauer- und Geschicklichkeitstraining gibt es im Rahmen der aktiven physischen Betätigung inklusive. Mehr «Körperlichkeit» geht wohl nicht!

 

Lang lebe der F-Sport!